„Wir hätten da noch ein paar Fragen, Frau Aeffner“

Beirat Fachverband mit Landesbehindertenbeauftragter

Unter dem Titel „Teilhabe für alle? – Wir hätten da noch ein paar Fragen, Frau Aeffner…“ fand am 18. Oktober 2018 ein Fachgespräch mit der Landesbehinderten-Beauftragten Stephanie Aeffner statt. Eingeladen hatten der Evangelische Fachverband Behindertenhilfe und der Aktionsplan „Inklusion leben“. Dass Teilhabe für alle ist keinesfalls selbstverständlich ist und noch viel getan werden muss, wurde in dem lebendige und anregenden Gespräch immer wieder deutlich. Damit sie gelingt, braucht es gute Vorbereitung und Menschen mit Behinderungen müssen wissen, was sie wollen, aber auch was sie an Leistungen und Unterstützung bekommen können. Eingeladen waren Werkstatträte, Bewohnerbeiräte, interessierte Menschen mit Behinderungen sowie Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Sozialdiensten und begleitenden Diensten. Gekommen waren rund 80 Interessierte.

Blick ins Publikum beim Fachtag
Blick ins Publikum beim Fachtag

Die Fragen an die Beauftragte der Landesregierung für die Belange von Menschen mit Behinderungen wurden überwiegend von Menschen mit Behinderungen und psychischen Erkrankungen gestellt. „Wie wird die Bedarfsermittlung vorgenommen?“ lautete eine dieser Fragen. Oder: „Welche Unterstützung unterhält jemand, der selber nicht sprechen kann?“ Bei den vielen Fragen zu den Details der Bedarfsermittlung und der Umsetzung der Gesamtplanung wurde deutlich, dass Menschen mit Behinderung am Ende schlechter dastehen könnten als bisher.  Bilderschau Fachvormittag mit Frau Aeffner 18.10.18

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Frau Aeffner im Gespräch mit Beiräten

Mit großer Sachkompetenz beantwortete Stephanie Aeffner die Einzelfragen und konnte so eine bessere Orientierung in der komplizierten Materie des Bundesteilhabe-Gesetzes vermitteln. Aeffner betonte, dass Ziele, die sich Menschen mit Behinderungen im Rahmen ihrer Lebensplanung setzen, auch umgesetzt werden müssen. Wichtig sei dabei, dass die Leistungen, die sie bekommen, für die einzelnen Menschen jeweils passend und auch überprüfbar seien. Sie betonte, dass mit dem neuen Bundesteilhabe-Gesetz Menschen mit Behinderungen nicht schlechter gestellt werden dürfen. Sie räumte aber ein, dass es bis zur Umsetzung der Einzelregelungen noch vieler Verhandlungen bedürfe, um eine für alle Betroffenen ausreichende und gerechte Lösung zu finden.

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Viele Wortmeldungen prägten den Fachtag

Hartmut Seitz-Bay, Sprecher des Beirats, bedankte sich bei allen Beteiligten für die lebhafte Diskussion. Er stellte heraus, dass dies ein Gespräch „auf Augenhöhe“ zwischen allen Beteiligten gewesen sei. Der Grundsatz für die Arbeit des Fachverbandes, die Selbstbestimmung und Teilhabe für Menschen mit Behinderung umzusetzen, sei in guter Weise ungesetzt. Ein im Rollstuhl sitzender Teilnehmer äußerte zum Schluss aber noch eine persönliche Sorge: „Wo bleibt der Platz für uns behinderte Menschen, wenn die rechten Parteien weiter so viel Zulauf wie zurzeit bekommen?“

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Blick ins Publikum beim Fachtag

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