Kleine Schritte – große Wirkung

Landessynodaler Martin Wurster

Der Landessynodale Martin Wurster ist Mitglied im Netzwerk Inklusion in der Landeskirche (NIL) und gibt Einblick in die Umsetzung des württembergischen Aktionsplans „Inklusion  leben“ in seiner Heimatgemeinde.

„Als Mitglied im Diakonieausschuss der Landessynode, im Fondsbeirat »Inklusion leben« und im Netzwerk Inklusion in der Württembergischen Landeskirche und ihrer Diakonie setze ich mich dafür ein, dass wir zu inklusiven Gemeinden werden, in denen alle Menschen die Möglichkeit haben, Jesus zu begegnen. Darum bin ich auch gerne bereit, beratend und helfend Gemeinden zur Seite zu stehen.

Als Diakoniebeauftragte unserer drei Kirchengemeinden Schömberg, Oberlengenhardt und Langenbrand hatten wir die Gelegenheit, den Aktionsplan »Inklusion leben« im Kirchengemeinderat vorzustellen. Der Aktionsplan sollte keine weitere lästige Aufgabe für die Kirchengemeinden werden, sondern die Ermutigung, die bereits gelebte Inklusion zu erweitern und noch besser zu werden. Eine Zusammenstellung, was wir bereits tun und wo wir Inklusion leben, zeigte, dass wir schon auf einem guten Weg sind und viel machen. Vielleicht liegt es daran, dass wir in Schömberg einige Kliniken, vor allem die Kinderklinik (für mehrfach behinderte Kinder) haben, oder dass ich als Rollstuhlfahrer schon über 15 Jahre in Langenbrand lebe und in der Gemeinde aktiv bin.

Doch es gibt auch Dinge, die in unserer Gemeinde fehlen: Es ist kein Behindertenparkplatz am Gemeindehaus in Schömberg vorhanden, es gibt keinen Kassetten-CD-Dienst mehr, unsere Willkommenskultur lässt zu wünschen übrig, die Akustik in unseren Gebäuden muss erneut begutachtet werden … Doch konkret konnte bereits nach wenigen Wochen erreicht werden, dass auf dem Parkplatz am Gemeindehaus ein Behindertenparkplatz ausgewiesen wurde.

In unserer Gemeinde ist deutlich geworden, dass es eigentlich nur wenig Zeit braucht, sich mit diesem Thema auseinanderzusetzen, und ganz oft nur wenig Initiative und Geld, um Menschen mit Behinderung, älteren Menschen, Familien mit Kindern oder Menschen aus anderen Kulturen die Teilhabe am Gottesdienst und Gemeindeleben zu erleichtern. Bei Inklusion geht es darum, dass jeder bei uns willkommen ist und dass jeder die Möglichkeit hat, die frohe Botschaft von Jesus zu hören. Dazu müssen wir oft zuerst die Barrieren im Kopf abbauen und dann meist nur noch kleine Barrieren in/an unseren Gebäuden und in der Gemeinde.

Martin Wurster lebte und arbeitete 14 Jahre als Missionar in Taiwan, seit 2001 komplette Querschnittslähmung, ist u. a. Missionsreferent der Liebenzeller Mission, Kirchenpfleger und Vorsitzender des Vereins »Menschen helfen Menschen« in Schömberg.

Quelle: „Lebendige Gemeinde 1/2018″  Foto: privat

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