„Jedes Kind ist willkommen und hat ein Recht auf Teilhabe“

Referentin Prof. Dr. Kron beim Auftakt Projekt Inklusion Landesverband Kita am 3. Februar 2017

Evangelischer Landesverband Kindertagesstätten startet Inklusions-Projekt unter dem Dach des Aktionsplans von Landeskirche und Diakonie

Nach langer Vorbereitung und Planung ist jetzt der Startschuss gefallen: Mit dem Projekt „InKLUsion“  Unter dem Dach des Aktionsplans „Inklusion leben“ von Landeskirche und Diakonie in Württemberg will  der „Evangelische Landesverband – Tageseinrichtungen für Kinder in Württemberg e.V.“  seine Kitas vor Ort bei der Gestaltung von Vielfalt und Teilhabe stärken und unterstützen. Über zweieinhalb Jahre hinweg wird es Multiplikatoren-Schulungen, Fachberater-Treffen, Team-Workshops und Besuche vor Ort geben.  „Inklusion kann ein Clou für unsere Arbeit vor Ort werden, sagte Landesverband-Geschäftsführer Georg Hohl beim Auftakt am 3. Februar 2017 im Stuttgarter Hospitalhof in Anspielung an den Projekttitel.

Endlich geht es los! Die erwartungsvolle Spannung  war bei den rund 100 Vertreterinnen und Vertreter der 25 Kitas, die bei „InKLUsion“ mitmachen, deutlich zu spüren. Ist doch Vielfalt ein Thema, das sie seit vielen Jahren beschäftigt und das den Alltag in den Kindertagesstätten prägt. Kindern mit Migrationshintergrund oder von aus von Armut oder Bildungsferne geprägten Familien gehören schon lange zum Alltag vor Ort. Hinzu gekommen sind in der letzten Zeit vermehrt Kinder mit Fluchterfahrung und Kinder mit Behinderungen. Eine Herausforderung an eine Pädagogik der Vielfalt, auf die das jetzt gestartete Projekt reagiert. Keineswegs mit einfachen Antworten oder Lösungen, wie Projektleiterin Nadine Zinn beim Auftakt betonte. Sondern mit vielen Fragen und Anregungen bezüglich Haltungen, Werten aber auch Methoden und insbesondere Vernetzungs-Angeboten. Schließlich sei es ein Projekt, das sich durch „Prozesse, Begleitung und gemeinsamer Erprobung“ auszeichne.

Teilnehmende beim Auftakt Projekt Inklusion Landesverband Kita am 3. Februar 2017
Teilnehmende beim Auftakt Projekt Inklusion Landesverband Kita am 3. Februar 2017

Gerade die Vernetzung, zu wissen, wo welche Information zu bekommen sind und welche andere Kita bereits Erfahrungen mit der einen oder anderen Situation gesammelt hat, ist das, was die Einrichtungen vor Ort brauchen. Vor allem wenn sie aufgrund von Größe oder Ort selbst wenig Möglichkeiten haben, sich breit zu vernetzen. Hier erweist es sich als besondere Stärke, dass das Kita-Projekt Teil des fünfjährigen Aktionsplans Inklusion von Landeskirche und Diakonie ist. „Wir wollen auf unsere Weise das umsetzen, was der Aktionsplan will und dazu beitragen, dass inklusive Ansätze systematisch verwirklicht werden“, so Geschäftsführer Hohl. „Möglichst konkret“ solle werden, „was mit dem Schlagwort Inklusion gemeint ist“. Es gelte, gemeinsam mit den Kitas vor Ort Schritte zu mehr Teilhabe und Vielfalt zu gehen. Und damit Antworten auf die „wachsende Heterogenität der Gesellschaft“  zu finden.

Dass jeder Mensch „mit seiner eigenen von Gott geschenkten Würde“ auf die Welt kommt, betonte Pfarrer Thomas Stürmer als Vertreter des Diakonischen Werks Württemberg. Faszinierend sei für ihn, „wie vorbehaltlos Jesus auf die Menschen zugeht und sie vom Rand in die Mitte holt“. Und damit auch ein Beispiel dafür sei, wie wichtig es ist, die „Barrieren in den Köpfen“ aufzulösen und verstehen zu lernen, warum jemand anders ist oder sich anders verhält als man selbst. Dass gerade Kindertagesstätten hier die Grundlage legen und dies dann in der Jugend- und Gemeindearbeit Früchte trage, hält er für besonders  wertvoll. In der Aussprache im Anschluss an einen einführenden Vortrag über inklusive Pädagogik von Prof. Dr. Maria Kron von der Universität Siegen wurde deutlich, dass den Erzieherinnen und Erziehern vor allem praktische und methodisch-didaktische Fragen auf den Nägeln brennen und sie sich vom Projekt viele Impulse und mehr Sicherheit im Umgang mit Vielfalt erhoffen. Schwierigkeiten bereiten große Gruppen, knappe Personalressourcen und Kinder, die viel Raum für sich einnehmen, Aufmerksamkeit auf sich ziehen. „Denn jedes Kind“, machte Kron deutlich, „ist, wenn wir inklusiv denken, bei uns willkommen und hat das volle Recht auf Teilhabe“.

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