„Hänsel und Gretel“ als inklusives Musikprojekt

Aufführung Musik am 13. in Bad Cannstatt

Kinder mit und ohne Behinderungen führten gemeinsam Engelbert Humperdincks Märchenoper auf

Die Aufführung der Märchenoper mit dem Cannstatter Kinderchor, den Schülerinnen und Schülern der Helene-Schoettle-Schule und der Schillerschule Bad Cannstatt hat gezeigt, wie Inklusion gehen kann. In gemeinsamen Proben und mit viel Engagement und Begeisterung haben die Kinder und Jugendlichen das Stück erarbeitet und am 3. Juli im Kursaal Bad Cannstatt aufgeführt. Das Projekt wurde unterstützt vom Fonds „Inklusion leben“.

Aufführung Musik am 13. in Bad Cannstatt
Aufführung Musik am 13. in Bad Cannstatt

„Wir wollten mit dem Musikprojekt erreichen, dass beide Gruppen sich auf quasi neutralem Boden begegnen“, so Kirchenmusikdirektor Hahn. Da ein szenischer Auftritt in einer Oper auch für nicht-behinderte Kinder Neuland und mit Lampenfieber und Unsicherheit verbunden sei, rücke das Merkmal Behinderung in den Hintergrund und nivellierten sich die unterschiedlichen Begabungen aller Kinder, so der Projektleiter. „So bekommen alle, jeder mit seinen Fähigkeiten und Begabungen, einen spielerischen Zugang zur Musik und zu körperlicher Bewegung und Tanz und können dadurch ihre musikalischen und darstellerischen Begabungen entdecken und Selbstvertrauen gewinnen“.

Aufführung Musik am 13. in Bad Cannstatt
Aufführung Musik am 13. in Bad Cannstatt

Der große Unterschied zu sonstigen schulischen Veranstaltungen besteht demnach darin, dass es in der künstlerischen Darstellung keinen Maßstab, kein richtig oder falsch gibt, sondern nur den Ausdruck und die Anmut der Bewegungen. Die Kinder mit Behinderung werden deshalb zuallererst als Schauspieler – mit allen Stärken und Schwächen – wahrgenommen und können genauso anmutig und gut agieren wie alle anderen.

Aufführung Musik am 13. in Bad Cannstatt
Aufführung Musik am 13. in Bad Cannstatt

Der Ablauf des Projektes war so, dass die Kinder zunächst in ihren eigenen Schulen probten und dann immer öfter zu gemeinsamen Proben zusammenkamen. Dadurch hat sich der „Gestaltungsraum“ schrittweise erweitert und die Kinder an die Aufführungssituation herangeführt. Die behinderten Schülerinnen und Schüler der Helene-Schoettle-Schule wurden dabei in alle Vorbereitungsarbeiten, die Erstellung der Kulissen und Kostüme sowie bei der Aufführung in die szenische Gestaltung und den Gesang einbezogen. Dabei wurde jedes Kind im Rahmen seiner Möglichkeiten und Begabungen eingesetzt, gefordert und gefördert. Wer zum Beispiel nicht auftreten wollte, konnte beim Kulissenbau oder beim Bühnenbild helfen.

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