„Dank der mobilen Induktionsschleife verstehe ich die Predigt endlich wieder“

Kirchenpflegerin und Vorsitzende des Kirchengemeinderats Zwerenberg probieren Induktionsschleife aus

In der evangelischen Kirchengemeinde Zwerenberg können die Besucher dank Unterstützung des „Fonds Inklusion leben“ den Gottesdienst wieder besser verfolgen

Bereits an der Eingangstür wird es sichtbar: die evangelische Kirchengemeinde Zwerenberg bietet Menschen mit Hörproblemen, egal ob durch Krankheit oder Alter, eine mobile Induktionsschleife. Damit können sie ihr Hörgerät auf einen passenden Kanal einstellen und so das Geschehen gut verfolgen, weil alles, was in die Mikrofone gesprochen wird, direkt auf das eigene Hörgerät geleitet wird. „Jetzt verstehe ich die Predigt endlich wieder. Bisher habe ich immer nur Bruchstücke verstanden“, freut sich einer der Gottesdienstbesucher. „Deutlich und klar kommen die Worte nun auf das Ohr. Es ist eine prima Sache, schön, dass es das nun gibt!“, freut sich ein andere Gemeindemitglied. 

Kirchenpflegerin aus Zwerenberg am Kircheneingang mit Hinweistafel Induktionsschleife
Kirchenpflegerin aus Zwerenberg am Kircheneingang mit Hinweistafel Induktionsschleife

„Die schwerhörigen Gottesdienstbesucher haben nun durch das bessere und gute Hören mehr Lebensqualität erhalten. Wir als Kirchengemeinde freuen uns die Verbesserung nun anbieten zu können“, macht Kirchenpflegerin Karin Schmidt deutlich. Und die Hörschleife ist bereits mitten in der Gemeinde angekommen: Der Geburtstagsbesuchsdienst hat sich die Anlage bereits zeigen lassen und macht nun bei den Seniorenbesuchen Werbung dafür. Mesner und Kirchengemeinderäte weisen die Gottesdienstbesucher darauf hin und erklären wie es geht. Anfang Februar erscheint in Gemeindebrief ein Bericht darüber.

Die Kirche selbst ist nach Aussage von Pfarrerin und Audiotherapeutin Rosemarie Muth eine große Hallenkirche, bei der Altar und Kanzel  weit von der Gemeinde weg sind. Daher gibt es extrem viel Hall und man kann die Worte nicht vom Mund `absehen‘. Die Kirche besteht aus zwei  verschieden großen Blöcken mit Bankreihen. Laut Aussagen des Kirchengemeinderats und betroffener Gemeindeglieder wird der kleinere, weiter von der Kanzel entfernte Block, von den schwerhörigen Gemeindegliedern bevorzugt. Die akustischen Verhältnisse dort sind aber nach Einschätzung von Rosemarie Muth bereits für mittelgradig Schwerhörige nicht mehr ausreichend.

Eine Fachfrau prüft mit Hilfe eines Messinstrumentes in einer Kirche die Funktionalität der Höranlage
Eine Fachfrau prüft mit Hilfe eines Messinstrumentes in einer Kirche die Funktionalität der Höranlage

Die Pfarrerin mit Zusatzqualifikation Audiotherapeutin berichtet weiter: „Die Gemeinde wünschte, dass wir die akustischen Verhältnisse begutachten. Die Kirche ist für Konzerte hervorragend geeignet, für Sprache entsprechend schwierig. Selbst gut hörende Menschen klagen darüber. Schwerhörige Menschen  haben kaum eine Chance. Hintergrundmessungen ergaben, dass keinerlei Störungen des elektromagnetischen Feldes bei  Nutzung einer Induktiven Höranlage zu erwarten sind. Auch wurde kein Stahlbeton verbaut.  Eine Probelegung im größeren Bereich brachte ein gutes Ergebnis. Die Gemeinde wünschte eine Testphase mit unserem Leihsystem und mit gleichzeitiger Einweisung. Bei einem gemeinsamen Ortstermin wurde die Schleife auf Wunsch um den kleineren Block verlegt, die Gemeinde informierten wir über die Voraussetzungen  induktiven Hörens“.

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